Rabeas Studi-Blog

Kapstadt, Braais, SER Semi Finals, Lions Head Wanderung... Die ersten Wochen

Die ersten Wochen in Stellenbosch

Fast sieben Wochen sind vergangen seitdem ich losgeflogen bin und in diesen Wochen habe ich hier schon sehr viel erlebt und mich auch gut eingelebt. Unter Anderem habe ich schon viel von Kapstadt gesehen, wie die Waterfront inklusive Hafenrundfahrt, Camps Bay, den Kirstenbosch National Botanical Garden und die City Bowl. Außerdem habe ich ein Wine Tasting auf einem Weingut gemacht, war in einem Township und bin viel ausgegangen, denn das ist unglaublich günstig hier. Da Supermarkt-Preise ähnlich wie in Deutschland sind und bestimmte importierte Sachen wie Käse eher teuer, lohnt es sich fast gar nicht selber zu kochen! Außerdem war ich schon auf vielen Braais. Das mit dem Braai ist hier sehr beliebt, und zwar ist ein „Braai“ ein südafrikanisches BBQ. Mit viel Fleisch (nicht so optimal für Vegetarier wie mich), aber glücklicherweise auch Salaten und Braai-Brekkies. „Braai Brekkies“ sind eigentlich gegrillte Sandwiches und neben Chakalaka und Malva Pudding hier eins meiner neuen Lieblingsgerichte! Wie ich am eigenen Leib erfahren durfte, geht es bei Braais eigentlich gar nicht so sehr ums Essen, denn ein Braai beginnt oft schon um 18 Uhr. Gegessen wird dann aber erst gegen 22 Uhr, denn hier gilt „African Time“. Wenn jemand dir sagt, er täte etwas „just now“ heißt das vielleicht in naher Zukunft, vielleicht aber auch erst nächste Woche oder nächsten Monat. Wenn bei einer Ausflugsinfo steht, die Busse fahren um 11 Uhr ab, kann man eigentlich bis 11.30 noch getrost zuhause bleiben. Nur in der Uni wird die Pünktlichkeit wirklich erwartet, zu diesem Thema und allgemein den Unterschieden hier schreibe ich auch nochmal einen Blogpost.

Letztes Wochenende waren wir auf dem Lions Head! Das ist ein Must-Do in Kapstadt. Die Wanderung dauert 1,5h One Way und war schwerer als gedacht, denn man musste an manchen Stellen auch klettern und es war ganz schön steil. Der Ausblick hat das ganze wieder wett gemacht, denn man konnte von Camps Bay über Sea Point bis hin zur gesamten City Bowl einen sehr großen Teil von Kapstadt sehen. 

Gestern fand das SER Semi Final statt, ein sehr beliebter Acapella-Wettbewerb. Falls ihr den Film „Pitch Perfect“ kennt, könnt ihr euch sicher etwas darunter vorstellen. Die einzelnen Studentenhäuser sind jeweils gegeneinander angetreten. Das Ganze war wirklich sehr professionell, mit Kostümen, Performance und ich habe mir sagen lassen, dass die Tickets wirklich sehr beliebt sind, für die Finals übernachten die Leute sogar vor der Ticketverkaufsstelle! Kein Wunder, denn es sind viele talentierte Sänger dabei. Der Stellenbosch University Choir zum Beispiel ist weltbekannt (Hier geht's zu einem Beispiel-Video).

Bisher hatte ich weder Heimweh noch Kulturschock und denke auch nicht, dass das noch kommen wird. Am Anfang war es schon eine (teilweise krasse) Umstellung, aber mittlerweile hab ich mich sehr gut an die ganze Lebensweise gewöhnt und betrachte Stellenbosch jetzt schon als zweites (oder besser gesagt drittes, nach Holland) Zuhause. Ich lebe hier ja auch meinen Alltag, mit meinen Routinen und Gewohnheiten und bin nicht zum Urlaub hier. Im Moment finde ich es eher erschreckend wie schnell die Zeit umgeht, denn nächste Woche ist schon September und das schien mir immer noch so weit weg. In der Uni habe ich meinen ersten Test auch schon geschrieben, in Industrial Psychology. Mehr zu meinen Kursen, der Uni, meinem Alltag hier und dem Stundenplan gibt es im nächsten Blogpost!