Rabeas Studi-Blog

Gewöhnungssache?

Mittlerweile habe ich mich an die meisten Eigenarten der Holländer gut gewöhnt, aber ein paar Sachen rufen jedes Mal ein „Wie jetzt?“ hervor:  

1.     Treppen und riesige Fenster. Treppen sind ein wahres Hindernis in holländischen Haushalten. Wenn man denkt, man hat schon alles gesehen, sieht man Treppen, die noch steiler sind! Das wird nicht nur nach einem feuchtfröhlichen Abend ein Problem, sondern auch beim Umzug (da werden die Holländer auch ganz schön kreativ, wenn Sofas durch die Fenster getragen werden). Neben der Treppenproblematik muss man sich als Deutscher auch immer wieder zusammenreißen, nicht von der Straße aus durch die großen Fenster in die Häuser reinzugucken. Es ist einfach zu interessant, zu sehen, wie die Häuser eingerichtet sind, besonders wenn jetzt bald die Weihnachtszeit wieder anfängt!

2.     Mittagessen! Die warme Mahlzeit wird hier üblicherweise erst abends gegessen, was zur Folge hat, dass die Niederländer mittags nur etwas Kleines, wie ein Schlabberbrot, essen. Da ich damit aufgewachsen bin, mittags warm zu essen, fällt es mir schwer mich umzustellen. Als wir vor kurzem in Amersfoort waren, haben die meisten Restaurants erst nachmittags geöffnet! In Enschede ist das (wahrscheinlich wegen den Deutschen) nicht ganz so oft so, allerdings merkt man dieses Phänomen auch hier, z.B. an der Uni, wo es weniger Auswahl an warmen Speisen gibt.

3.     Etwas, dass ich eigentlich ziemlich positiv finde ist die Offenheit und Direktheit der Niederländer. In Deutschland ist jeder eher für sich und auf Distanz. Hier (vielleicht auch nur in meiner Nachbarschaft) führen die Niederländer gerne Smalltalk und generell duzt man sich in Holland, auch auf der Arbeit oder an der Uni. Das war anfangs ganz schön ungewöhnlich für mich, schafft aber eine persönliche Atmosphäre und eine nicht ganz so strenge Hierarchie.

4. Fahrradfahren bei Regen und als Transportfahrzeug. Die Holländer fahren ja wirklich bei Wind und Wetter Fahrrad und ich eigentlich auch, aber bei Regen versuche ich es zu vermeiden, indem ich frühe oder später fahre. Der Wind und starker Regen auf dem Fahrrad ist nämlich wirklich nicht angenehm!

Was hier auch noch auffällt ist, dass das Fahrrad sowohl für Großeinkauf, Sofatransporte und Co. genutzt werden oder 4 Kinder zusammen mit ihrer Mutter auf dem Fahrrad sitzen (Und das ohne Helm 😉). Die deutschen Sicherheitsbedenken gibt es fast garnicht. Und ich muss sagen, ich habe hier auch noch nie einen Fahrradunfall erlebt, auch wenn gefühlt jeder Fahrrad fährt.