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EUROSIM project

ERFAHRUNGSBERICHT Mathias

Eurosim project

STUDENTEN LERNEN MEHR ÜBER ENTSCHEIDUNGSPROZESSE

Mathias Qickert, Student European Public Administration (EPA) im ersten Jahr, hat am Excellence Programme seines Studiums und dem Projekt „EuroSIM” teilgenommen. Für ihn und seine Studienkollegen in den Bereichen europäische Studien und Verwaltungswissenschaften beinhaltete dies auch die Teilnahme an einer internationalen Konferenz an der University of Twente. In diesem Artikel berichtet er von seinen Erfahrungen.

„FÜR EINEN MOMENT HABE ICH MICH GAR NICHT MEHR WIE EIN STUDENT GEFÜHLT.”

Vom 4. bis 7. Januar wurde Enschede zum befristeten Verwaltungszentrum Europas. Wie das? Während dieser vier Tage kamen circa 200 Studenten am Campus zusammen, um einen Entscheidungsfindungsprozess innerhalb der Europäischen Union zu simulieren. EPA-Student Mathias Quickert schlüpfte dabei in die Rolle des griechischen Premierministers Antonis Samaras. „Für einen kurzen Moment habe ich mich überhaupt nicht mehr wie ein Student gefühlt.“

Das Excellence Programm EuroSim ist ein Rollenspiel, in dem europäische und nordamerikanische Studenten für einige Tage in die Rolle eines EU-Parlamentsmitgliedes schlüpfen. Simulierte Debatten und Vorlesungen von Gastsprechern boten den Studenten Gelegenheit, Einblick in die Entscheidungsfindungsprozesse der EU zu nehmen. Exkursionen, die ebenfalls zum Programm dieser vier Tage gehörten, schufen eine freundliche und informelle Atmosphäre.

GRIECHENLAND VERTRETEN

„Ein paar Tage lang hatte ich Einfluss, war wichtig und fühlte mich wie ein VIP“, erinnert sich Matthias an die Konferenz. Gemeinsam mit Simone van Have und Lukas Spielberger repräsentierte er die griechische Delegation, die mit den europäischen Sozial- und Einkommensrichtlinien zu kämpfen hatte. „Die teilnehmenden Studenten der Europawissenschaften, Politik- und Verwaltungswissenschaften haben – ganz wie in der Realität der Fall – einander mit den Ländernamen angesprochen. Das hat die formelle  Szenerie noch einmal verdeutlich”, berichtet Matthias.

Zufrieden schaut er zurück. „In der Rolle des griechischen Premierministers Samaras hatte ich häufig Gelegenheit, das Wort zu ergreifen. Im wirklichen EU-Parlament hat Griechenland wahrscheinlich weitaus seltener die Möglichkeit, seine Meinung deutlich zu machen – vor allem angesichts der großen Finanzspritze, die das Land von der EU erhält.”

Den Studenten, die Griechenland repräsentierten, wurde von den anderen Repräsentanten lauter Applaus zuteil, als sie eine Unterstützung der sozialen Absicherungssysteme der ärmsten Mitgliedsstaaten vorschlugen.

Darüber hinaus entschieden sie, soziale Supportprogramme für die schwächsten Regionen einzuführen: „Es war nicht an uns, zu entscheiden, wer hierfür zahlt“, unterstreicht Matthias sein Statement.

SEI DIR SICHER, WIE DU DEINE IDEE VERKAUFEN KANNST

„Die Teilnahme an EuroSIM hat mir gezeigt, dass die Art und Weise, wie man sich selbst und seine Ideen präsentiert, mindestens so wichtig ist wie die Botschaft selbst. In der ersten Sitzung nannte mich der Moderator einen Studenten der University of Twente. Ich bat ihn darum, mich als Antonis Samaras anzusprechen – ein Witz, der dafür sorgte, dass mich danach so ziemlich jeder kannte.”

„Es war eine klasse Zeit – nicht nur, weil wir über europäische Angelegenheiten diskutiert haben, sondern auch weil wir bei der Exkursion ins Kröller-Müller Museum und die Grolsch-Brauerei Studenten anderer Universitäten in einem informellen Rahmen getroffen haben. Ich bin mit vielen Studenten von anderen Unis ins Gespräch gekommen. Netzwerken funktioniert nur dann, wenn man sich mit dem anderen austauscht oder auch einfach mal ein Bier miteinander trinkt”, rundet Mathias seinen Bericht ab.

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