Erfahrungen

ERfAhRuNGEN
VoN STUDENTEN

JEROEN MULDER 

Student der Kommunikationswissenschaften im zweiten Studienjahr 

JEROEN übER MODUL 5: TECHNISCHE, PROFESSIONElLE und INTERkULTURELlE KOMMUNIKATION 

Eine Anwendung, die Blinden und Sehbehinderten dabei hilft, sich in Gebäuden zurechtzufinden, ist natürlich echt klasse. Aber jemand, der sehbehindert ist, kann erst dann etwas mit einer Anwendung anfangen, wenn sie wirklich benutzerfreundlich ist. Und das ist genau das, womit wir uns im Modul technische, professionelle und interkulturelle Kommunikation beschäftigt haben: der Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit eines Produkts. Man kann das beispielsweise erreichen, indem man eine Gebrauchsanweisung für das Produkt schreibt. Aber eine geschriebene Gebrauchsanweisung ist für Sehbehinderte keine geeignete Lösung. Wir mussten also versuchen, auf anderen Wegen eine Gebrauchsanweisung zu entwickeln, die sowohl inhaltlich als auch faktisch „brauchbar“ ist und deren Nutzung am besten auch noch Spaß macht. Wenn man nämlich eine Gebrauchsanweisung gut gestaltet, dann steigt die Chance, dass sie auch wirklich benutzt wird. 

verschiedenste KOMMUNIKATIONsASPEkTE kommen zusammen

Aber man kann natürlich das Problem auch anders angehen: Was wäre, wenn das Produkt so benutzerfreundlich wäre, dass man gar keine separate Gebrauchsanweisung bräuchte? Ist das möglich und wenn ja, wie lässt es sich realisieren? Vielleicht benötigt man die Hilfe der Anwendungsentwickler, aber sie wollen sie nicht anpassen. Dann muss man seine kommunikativen Fähigkeiten einsetzen, um sie von der eigenen Auffassung zu überzeugen. Und das ist das Tolle an dem Modul: Verschiedenste Kommunikationsaspekte kommen zusammen. Man muss gute und klare Texte produzieren können, ein Projekt leiten, Untersuchungen durchführen (warum funktioniert eine bestimmte Lösung oder warum nicht?) und mit verschiedenen Kulturen arbeiten können (was passiert, wenn man eine Gebrauchsanweisung für Chinesen entwickeln muss?). Alles Wissen und alle Fähigkeiten, die ich mir in den vergangenen Jahren angeeignet habe, konnte ich in diesem Modul anwenden und darum fand ich das Modul so interessant.  

Schließlich hat die Projektgruppe, in der ich war, entschieden, der Zielgruppe auf viele verschiedene Arten Informationen über die Anwendung anzubieten. Jeder Mensch ist nämlich einzigartig und hat seine Vorlieben beim Erhalt von Informationen. Gebrauchsanweisungen konnten in der Anwendung abgespielt werden, auf dem Mobiltelefon vergrößert wiedergegeben oder in einer so minimalistisch wie möglich gehaltenen Gebrauchsanweisung gesucht werden, die wir so gestaltet hatten, dass sie für Sehbehinderte möglichst gut lesbar war. 

Chat offline (info)