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Auslandssemester in Südafrika: "Ist es dort nicht voll gefährlich?" Meine Erfahrungen

Mittlerweile bin ich mit vielen schönen Erlebnissen und Erinnerungen aus dem sommerlichen Südafrika zurück im regnerischen Enschede, wo ich nun die letzten (Bachelor-) Kurse meines Lebens belege im CHANGEL Modul und gleichzeitig meine Bachelorarbeit vorbereite (Dazu aber demnächst mehr). Die Frage, die mir wahrscheinlich am häufigsten gestellt wurde wenn ich über mein Auslandssemester erzähle ist (mit Sicherheit!) die Sicherheit.  

Der allererste Gedanke, wenn man an das Land Südafrika denkt, ist neben den Big 5 und dem Tafelberg auch direkt die hohe Kriminalitätsrate. Im Vergleich zu Deutschland ist diese nämlich eine der höchsten weltweit und wenn man den Medien glauben darf, sollte man besten keinen Fuß in das Land setzen. Aber ist es wirklich so? Wenn man mit Leuten spricht, die schon einmal da gewesen sind hört man nur recht positive Dinge. Aus diesem Grund hatte ich teilweise vor der Abreise ein ganz schönes Gefühlschaos, weil mir keiner Auskunft geben konnte, wie gefährlich es jetzt denn genau für internationale Studenten ist. Ich flog also in ein Land, in dem ich noch nie gewesen bin und in dem ich dann direkt 5,5 Monate bleiben sollte. 

Also vorneweg: Mir ist nie etwas passiert, ich bin nie in eine unangenehme Situation gekommen und kenne auch niemanden, der etwas Negatives bezüglich Sicherheit erlebt hat. 

Südafrika ist definitiv anders als Deutschland. Wenn man ankommt, wird einem sehr schnell der Kontrast zwischen Arm und Reich bewusst. Entlang der Autobahnen strecken sich kilometerlange Townships, in den Menschen in Hütten teilweise ohne Wasser und Strom leben. Auf der anderen Seite ist es selbst bei Studenten üblich, eine Putzfrau und einen Gärtner zu haben und der Lebensstandard ist sehr hoch. Das führt natürlich auch zu Spannungen und einer hohen Verbrechensrate, mit der viele Leute an Geld kommen.

Ist man das erste Mal in Südafrika, werden einem sofort die vielen Stacheldrähte und Elektrozäune auffallen, die fast jedes Haus zu einer Art Festung machen. Neben diesen Sicherheitsvorkehrungen gab es in unserem Haus auch eine Alarmanlage und vergitterte Fenster sowie einen ‚Panik Button’, mit dem man den privaten Sicherheitsdienst hätte rufen können. 

Das hört sich jetzt alles sehr heftig an und ist für uns Europäer sehr ungewohnt. Meiner Meinung nach braucht man allerdings wirklich keine Angst zu haben, solange man einige Sicherheitsregeln befolgt. Ich bin selber eher ein Angsthase und handle eher nach dem Motto „Vorsicht ist besser als Nachsicht“. In Stellenbosch ist die Gefahr definitiv geringer als z.B. in Johannesburg, wo Fahrzeugentführungen und Co. schon eher die Regel sind. Die einzige Regel an die man sich halten sollte: Nicht alleine draußen im Dunkeln rumlaufen! Entweder in einer Gruppe gehen oder sich easy, günstig und sicher ein Uber bestellen. Tagsüber kann man sich dort auch als Frau unbesorgt bewegen, vor Allem auf dem Campus hab ich mich fast wie in Europa gefühlt. In der Stadt sollte man sich nicht anquatschen lassen oder ablenken am Geldautomaten, aber das sollte eigentlich klar sein. Wenn man seine Wertsachen nicht irgendwo stehen lässt, sollte auch nichts geklaut werden. Und: falls man ein Auto hat, sollte man wirklich NICHTS im Auto lassen, auch keine Jacke oder Essen. Denn da wird wirklich für alles die Scheibe eingeschlagen! (Dieser Punkt hat mich allerdings nicht betroffen, da ich eh kein Auto hatte.). Am Anfang dachte ich, dass mich gerade der Punkt mit dem nicht alleine rausgehen abends bestimmt sehr einschränken wird, war es dank Uber aber gar nicht.  

Schlussendlich bin ich froh, dass mich das große Thema „Sicherheit“ nicht davon abgehalten hat, nach Südafrika zu gehen und ich kann jedem raten, sich erst einmal in Ruhe zu informieren bevor man seine entgültige Entscheidung trifft, in welchem Land man sein Auslandssemester verbringen möchte. Seien es Informationen über Sicherheit, Finanzielles, das Studentenleben. In meinem Entscheidungsprozess haben mir viele Erfahrungsberichte früherer Studenten geholfen und ich hoffe, dass ich ein bisschen mehr "Licht ins Dunkle" gebracht habe, was Südafrika angeht. 

(Übrigens: Mein Handy ist mir trotzdem abhanden gekommen. Es wurde zwar nicht gestohlen, wie alle dachten, sondern ich habe es bei einer Safari fallen lassen und jetzt wurde es wahrscheinlich vom Löwen gefressen oder von einem Elefanten plattgetreten.)