Erfahrungen

Ehemaliger Student Rob

Erfahrung ehemaliger student

Rob Berentsen, Senior Consultant bei der Beratungsgesellschaft Deloitte Consulting. 

BITTE GIB UNS EINEN KURZEN ÜBERBLICK ÜBER DEINEN BERUFLICHEN WERDEGANG NACH ABSCHLUSS DEINES STUDIUMS.

Nachdem ich (im Auftrag von Deloitte) meine Abschlussarbeit über den niederländischen Justiz-Informationsdienst geschrieben hatte, habe ich bei Deloitte in Amstelveen angefangen zu arbeiten. Am Freitag hatte ich mein Zeugnis in der Tasche und bin am folgenden Tag direkt nach Soest umgezogen, um etwas näher an meinem Arbeitsplatz zu wohnen. Montags hatte ich meinen ersten Arbeitstag – und meinen ersten Firmenwagen.

Bei Deloitte fing ich wie alle Neueinsteiger als Business Analyst an. Nach zwei Jahren wurde ich Consultant und drei Jahre später Senior Consultant. Mein erster Kunde war ein Shared Services Center, das für einige friesische Kommunen zuständig war. Es ging vor allem um Infrastruktur, nicht unbedingt ein Bereich, mit dem man schon im Studium in Berührung kommt. Meine Erfahrungen bei „Studenten Net Twente“ (SNT) haben mir bei dieser Tätigkeit sehr geholfen, denn dort bekommt man einen gewissen Einblick in den technischen Bereich. Als nächstes habe ich als Junior Architect bei der Unternehmensfusion assistiert, aus der der Kabelnetzbetreiber Ziggo hervorgegangen ist. Dafür habe ich unter anderem zahlreiche DinA3-Blätter mit Übersichten zur Anwendungsarchitektur gefüllt, in denen ich Interview-Ergebnisse aus der gesamten Organisation festgehalten habe. Gleichzeitig habe ich das Unternehmen bei der Konzeption eines Architektur-Modellier-Tools unterstützt.

Nach knapp zwei Jahren bei Ziggo bin ich in die Justiz gewechselt. Dort besteht ein enormer Digitalisierungsstau, sodass mein breit gefächertes Know-how von großem Nutzen ist. Ich arbeite zurzeit immer noch dort und habe schon viele verschiedene Aufgaben übernommen, z.B. im Bereich der technischen Leitung, als Projektarchitekt und aktuell als Solution Architect. Letzteres gefällt mir bisher am besten, da mein Aufgabengebiet hier breiter ist als das eines Projektarchitekten. Man hat den Überblick über mehrere Projekte und plant ihre zukünftige Entwicklung. Für die einzelnen Projekte gibt man Architektur-Plattformen vor, die realisiert werden müssen und auf diese Weise ihren Beitrag zur Zielarchitektur leisten.

WORAUF BIST DU BESONDERS STOLZ, WENN DU DIR DEINEN BISHERIGEN WERDEGANG ANSCHAUST?

Ich bin vor allem stolz darauf, dass ich in kurzer Zeit in vielen verschiedenen Bereichen tätig sein durfte und auf diese Weise viel dazugelernt habe. Außerdem hat mir das geholfen zu erkennen, welche Aufgaben mir gefallen und welche nicht. Dadurch weiß ich nun besser, welche Richtung ich zukünftig einschlagen möchte.

IST DEINE BERUFLICHE ENTWICKLUNG SO VERLAUFEN, WIE DU ES DIR VORGESTELLT HATTEST?

Als ich mich für Wirtschaftsingenieurwesen entschieden habe, war mir klar, dass mich das Studium vor allem darauf vorbereiten sollte, später als Mediator zwischen verschiedenen Fachleuten zu fungieren, wofür man sowohl die Sprache der Techniker als auch die Sprache von Managern und/oder Geschäftsleuten lernen muss. Und genau so ist es gekommen: Bei meiner Arbeit bin ich das Bindeglied zwischen Programmierern, anderen (IT-) Spezialisten, Managern und sogar Richtern und Kanzleimitarbeitern.

WIE HAST DU DEINE STUDIENZEIT AN DER UNIVERSITY OF TWENTE ERLEBT?

Nach einem knappen Jahr bin ich auf den Campus gezogen, Adresse Matenweg 30, in der kleinsten Wohnung; das hat mir sehr gut gefallen. Die entspannten Sommertage, eine lebendige Atmosphäre und sehr schnelles Internet! Es war wirklich eine schöne Zeit. Besonders toll fand ich den Campus, alle wichtigen Einrichtungen waren direkt vor der Haustür.

Ich habe zum Beispiel Taekwondo (Arashi) gemacht und mich einige Jahre bei SNT engagiert; meine Wege waren immer kurz. Mein Studium habe ich ohne große Anstrengungen absolviert. Ich habe immer eine Woche vor den Prüfungen mit dem Lernen angefangen und dann ging meistens alles gut. Auf diese Weise hatte ich immer genug Zeit, ein bisschen Geld zu verdienen, Sport zu treiben, zu entspannen und zu zocken.

WIE KOMMT DAS, WAS DU IM STUDIUM GELERNT HAST, DIR BEI DEINER ARBEIT ZU GUTE?

In den ersten Jahren meines Berufslebens habe ich mich häufiger gefragt, was mir mein Studium nun gebracht hat. Ich bin kein Fachmann, der etwas sehr Konkretes tut; ich arbeite anders als zum Beispiel ein Programmierer, der Programme schreibt, ein IT-Designer, der Konzepte entwirft oder auch anders als ein Richter, der Verhandlungen leitet und daraufhin ein Urteil fällt. Ich habe vielmehr gelernt, die Sprache aller Beteiligten zu sprechen, sodass ich die Kommunikation zwischen ihnen ermöglichen und die wichtigsten Informationen vermitteln kann. Zudem verbessert man seine rhetorischen Fähigkeiten und verfügt über ein gutes technisches und wirtschaftliches Basiswissen.Ich glaube, dass mein Studium und meine Zeit bei SNT mir diesbezüglich am meisten gebracht haben.

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