FEMKE VAN DER PUTTEN

WIE HAST DU DEIN STUDIENFACH AUSGEWÄHLT?

Die ersten Entscheidungen, die für meine Studienwahl relevant waren, habe ich schon in der Schule getroffen, als ich mein Profil wählen musste. Schon damals war klar, dass ich mich besonders für Naturwissenschaften interessiere, sodass ich mich für den naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt entschied. Ich habe mich ganz besonders für Mathematik interessiert.

In der Oberstufe habe ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen, was ich studieren möchte. Als erstes habe ich auf einer Liste mit allen möglichen Studiengängen diejenigen gestrichen, die nicht infrage kamen. Dabei haben mir verschiedene Studienwahltests geholfen. Aus den verbleibenden Studiengängen habe ich eine kleine Auswahl getroffen, nachdem ich mich bei Studienmessen und an Tagen der offenen Tür verschiedener Universitäten informiert hatte. Abgesehen davon haben mir die Gespräche mit meinem Vater sehr geholfen. Bei der Studienwahl sind der eigene Charakter und persönliche Interessen von großer Bedeutung, und wer kennt einen schon besser als die eigenen Eltern? Es stellte sich heraus, dass ich mich vor allem für Mathematik, Technik und Medizin interessierte.

Letztendlich fiel mir Wirtschaftsingenieurwesen ins Auge. Der Studiengang ist eine Kombination aus Mathematik und Technik und hat auch eine soziale Komponente. Ich wollte an einem Schnuppertag teilnehmen, um mich danach endgültig zu entscheiden. Schließlich habe ich sowohl an der TU Eindhoven als auch an der Universität Twente einen Tag lang in den Fachbereich Wirtschaftsingenieurwesen „hineingeschnuppert“. Das hat mich dann überzeugt. Ich war begeistert!

WARUM HAST DU DICH FÜR DIE UNIVERSITY OF TWENTE ENTSCHIEDEN?

Von meinem Elternhaus brauche ich mit dem Fahrrad 20 Minuten bis ins Zentrum von Eindhoven. Deshalb habe ich den gesamten Studienwahl-Prozess an der TU Eindhoven durchlaufen und wollte ursprünglich Wirtschaftsingenieurwesen in Eindhoven studieren.

Aber dann erfuhr ich, dass man auch in Enschede Wirtschaftsingenieurwesen studieren kann. Als ich in den Herbstferien mit meiner Familie an einer Campusführung teilgenommen hatte, stand meine Entscheidung sofort fest. Das Angebot auf dem Campus ist einmalig und ich fühlte mich sofort zuhause. Wohnen, studieren und Freizeitgestaltung, alles auf demselben Gelände, es war einfach perfekt!


WIE GEFÄLLT DIR DER STUDIENGANG WIRTSCHAFTSINGENIEURWESEN AN DER UNIVERSITY OF TWENTE?

Mein Studium an der Uni Twente gefällt mir sehr gut. In meinem ersten Studienjahr habe ich alle Prüfungen bestanden. Bei den ersten Modulen liegt der Fokus auf Mathematik, aber ich hatte auch viel Projektarbeit. Im ersten Studienjahr gibt es relativ viele „Kontaktstunden“ an der Universität. Der Begriff bezeichnet den Teil des Studiums, bei dem Dozenten anwesend sind (Vorlesungen, Seminare, Studienbegleitung etc.). Dem gegenüber steht die Zeit für das Lernen im Selbststudium. Ein Studienjahr setzt sich aus vier Modulen von jeweils zehn Wochen zusammen. Diese zehn Wochen sind vollgestopft mit Lehrveranstaltungen und Projektphasen, alle zu demselben Thema. Das fand ich echt gut, weil man sich auf diese Weise nicht alles allein erarbeiten muss. Manchmal haben die Dozenten auch sogenannte Arbeitsseminare angeboten, bei denen man in Gruppen, aber mit Unterstützung des Dozenten eine Aufgabe lösen muss. Das hat ebenfalls sehr dabei geholfen, mit dem Lernen erst gar nicht in Verzug zu kommen und zu verhindern, vor den Prüfungen alles auf einmal lernen zu müssen. Das Arbeitspensum ist gleichmäßig verteilt.

WIE SIEHT DEINE WOCHE AUS?

An fünf Tagen in der Woche bin ich an der Uni und studiere. Von neun bis fünf Uhr lerne ich, besuche Lehrveranstaltungen und trinke Kaffee mit den anderen Mitgliedern des studentischen Vereins „Stress“. In den Pausen habe ich häufig Versammlungen, manchmal arbeiten wir auch mit unserer Projektgruppe in den Pausen weiter.

Meine Abende sind immer gut gefüllt. Jeden Montag- und Donnerstagabend spiele ich im Sportzentrum Badminton; danach gehen wir mit dem Team oft noch auf ein Getränk in die Kantine. Mittwochs gehe ich mit meiner Diskussionsgruppe in der Stadt etwas trinken. Dienstagabends treffe ich mich meistens mit Freunden von der Uni oder nutze die Zeit, um etwas nachzuarbeiten.

Einmal im Monat fahre ich übers Wochenende zu meinen Eltern nach Brabant. Von Haustür zu Haustür bin ich da vier Stunden unterwegs; das muss man dann hin und wieder in Kauf nehmen.

Grundsätzlich konzentriere ich mich tagsüber auf mein Studium, sodass ich abends Zeit für das Training oder andere schöne Dinge habe.

WIE IST DAS STUDENTENLEBEN IN ENSCHEDE?

Das Studentenleben hier ist wirklich klasse. In meinem ersten Jahr kam ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, da ich von dem großen Angebot für Studenten so überwältigt war. Ich war jeden Mittwoch- oder Donnerstagabend mit Kommilitonen in der Stadt feiern. Manchmal auch an beiden Tagen. Enschede ist eine relative kleine Universitätsstadt, sodass man abends in den Kneipen lauter bekannten Gesichtern begegnet. Das finde ich schön. Dennoch ist Enschede eine lebendige Universitätsstadt, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht denken mag.

In meinem ersten Studienjahr wurde ich gefragt, ob ich der Diskussionsgruppe Xoun beitreten wolle. Dieser Freundeskreis macht mein Studentenleben noch schöner. Alle zwei Wochen gehen wir zusammen etwas trinken. Außerdem gehen wir segeln, machen Wochenendausflüge in die Ardennen, gehen zusammen Mittag essen oder treiben Sport.

WAS MACHST DU IN DEINER FREIZEIT?

In Enschede habe ich immer etwas zu tun. Ich wohne mit dreizehn anderen Studenten im Studentenwohnheim „Funest“ auf dem Campus.

Nebenher spiele ich Badminton bei DIOK „drank is onze kracht“ (auf Deutsch: Alkohol ist unsere Stärke). Ich nehme an Wettkämpfen teil und bin in diesem Jahr Vereinsvorsitzende. So eine Erfahrung ist eine sehr wertvolle Ergänzung zu meinem Studium.

Außerdem engagiere ich mich bei dem studentischen Verein „Stress“. Dort war ich zuerst im Ausschuss für die Studienanfänger. Zurzeit bin ich im Ausschuss für die Uni-Partys und habe die Studienreise nach Vietnam organisiert.

Seit diesem Jahr bin ich auch bei der Studenteninitiative Enactus dabei. Wir haben Enactus mit einer Gruppe Studenten des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen ins Leben gerufen und haben vorerst die Leitung übernommen. Wir wollen mit unserer Arbeit ein landesweites Netzwerk für soziales Unternehmertum errichten, an dem sich Studenten, Universitäten und Unternehmen beteiligen können. Hier kann ich das, was ich im Studium lerne, in der Praxis anwenden und das finde ich super.

Geld verdiene ich durch meine Arbeit im Informationsteam unseres Studiengangs. Im ersten Studienjahr habe ich die Schnuppertage organisiert. Außerdem habe ich eine Stelle als Studentische Hilfskraft, d.h., dass ich an der Universität arbeite. Für die Studienanfänger in unserem Studiengang bin ich Tutorin für die Lehrveranstaltung „Academic Skills Programm“. Des Weiteren unterstütze ich Dozenten bei der Vorbereitung von Aufgabenstellungen für die Erstsemester.

Im Allgemeinen habe ich außerhalb meines Studiums viele andere Dinge zu tun. Das ist harte Arbeit, aber es trägt auch zur Entwicklung meiner Persönlichkeit bei und das ist mir sehr wichtig. Abgesehen davon macht es mein Studentenleben unterhaltsamer und vielfältiger.

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