Maschinenbau

Erfahrungen von Carlotta

Hallo. Ich bin Carlotta, 23 Jahre alt und arbeite gerade an meinem Master im Fachbereit Maschinenbau an der Universität Twente, wo ich auch meinen Bachelor absolviert hab. Die Universität Twente ist eine kleine aber feine Universität in Enschede, in der Nähe der Deutsch-Holländischen Grenze. Jetzt fragen sich bestimmt einige:

Warum Maschinenbau studieren in den Niederlanden?

Ehrlich gesagt kam mir nach dem Abitur gar nicht die Idee, gerade in Holland Maschinenbau zu studieren. Ich hatte schon ein paar deutsche Universitäten besucht, bis ich in der Zeitung las, dass die Universität Twente einen „Tag der Offenen Tür“ veranstaltete. Ich kannte die Sprache, die Kultur und das Schulsystem nicht und konnte mir nicht vorstellen, im Ausland zu studieren. Aber meine Mutter hatte mich dann doch überredet mit einer Freundin den „Tag der Offenen Tür“ zu besuchen und nach diesem Besuch stand eines fest:


Hier will ich studieren!Carlotta Brok

Wie gesagt ist die UTwente eine kleinere Campus Universität, etwas außerhalb von Enschede. Aber der Campus hat es in sich! Studenten und Studentenhäuser, Sportanlagen wie Tennis, Fußball, Basketball, Beachfelder, Schwimmbäder oder sogar eine riesige Kletterwand, einen Supermarkt, einen Friseur usw. sind überall auf dem Campus zu finden. Als Student fühlt man sich einfach Zuhause. Man ist umgeben von anderen jungen Studenten und der Campus bietet Hobbies, Partys, aber auch genug ruhige Orte, um zu studieren. Um ganz sicher zu sein, hatte ich mich noch angemeldet zu einem „Meeloopdag“, wobei man mit einem Maschinenbaustudenten einen ganzen Universitätstag miterleben kann. Danach stand meine Entscheidung endgültig fest und es stellte sich nur noch die Frage: 

Was muss ich machen um hier zu studieren?

Physik und Mathematik hatte ich im Abitur, also musste ich „nur noch“ eine fremde Sprache lernen. Den Sprachkurs habe ich an der UTwente belegt und auch ohne weiteres bestanden, trotzdem sollte er nicht unterschätzt werden, denn eine neue Sprache komplett zu lernen, schafft man nicht innerhalb weniger Wochen. Da ich die Sprache nicht perfekt beherrschte war ich anfangs ein bisschen unsicher, aber am Ende der Einführungswoche hatte sich das gelegt und ich hatte eine Menge neuer Freunde unter meinen Kommilitonen gefunden. Diese und meine Professoren haben mir dann am Anfang des Studiums so gut es geht geholfen; wenn ich ein holländisches Wort nicht wusste, durfte ich es in Englisch aufschreiben oder sogar in Deutsch. Da (fast) alle Studienbücher auf Englisch sind, war das alles kein Problem.

Es dauerte nicht lange und mein Holländisch wurde besser und besser. Grund dafür war vor allem der Kontakt zu meinem Kommilitonen. Das System der Uni basiert auf Projektarbeit, wodurch man gezwungen ist, ständig mit Anderen zu kommunizieren und man lernt, als Projektgruppe zusammen zu arbeiten. Man findet aber auch schnell Freunde, die einem das „schwere“ Studentenleben einfacher machen. Die Holländer sind ein geselliges und lockeres Völkchen und man gewöhnt sich sogar nach und nach an das Bier.

Ich habe mir eine WG auf dem Campus gesucht. In dieser wohnten nur Holländer wodurch ich gezwungen war, den ganzen Tag Niederländisch zu sprechen. Auch wenn es verlockend ist, sich auf der deutschen Seite eine Unterkunft zu suchen, kann ich doch jedem empfehlen eine Wohnung in Holland zu suchen, um die Sprache und die Leute besser kennen zu lernen.

Auch bin ich einem Sportclub beigetreten und bin aktiv geworden bei unserem Studienverein „Isaac Newton“. Dieser Verein ist offen für alle Maschinenbaustudenten und organisiert regelmäßig tolle Aktivitäten wie Exkursionen zu verschiedenen großen Betrieben, Sportaktivitäten, regelmäßige Lunchvorlesungen (wo sich ein Betrieb während eines gratis Lunch vorstellt), etc.

Abschließend kann ich sagen, dass die Universität Twente viel für ihre Studenten macht und organisiert. Dies und die Projektarbeit haben mich überzeugt, an der Utwente zu studieren und ich habe meine Entscheidung noch keine Sekunden bereut. Eher im Gegenteil: Das strukturierte Lösen von Problemen, was uns hier beigebracht wird, hilft mir momentan sehr bei meinem Praktikum in Australien. Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man einfach mal bei einem „Tag der Offenen Tür“ vorbei schauen oder sich zu einem „Meeloopdag/Schnuppertag“ anmelden!

Chat offline (info)