Prozessoptimierung in der Gesundheitspflege

Gesundheitswissenschaftler verfolgen das Ziel, die Qualität, die Wirtschaftlichkeit und die Sicherheit von Gesundheitsleistungen zu verbessern. Sie prüfen kritisch, wie die Gesundheitsversorgung eingerichtet und organisiert ist und analysieren den gesamten Prozess der medizinischen Versorgung – von der Diagnose über die Behandlung bis zur Nachsorge. Sie entwickeln und implementieren Versorgungskonzepte und berücksichtigen dabei sowohl organisatorische als auch logistische, finanzielle und versicherungstechnische Aspekte.

verschiedenen Perspektiven

In diesem Studium lernt man, das Gesundheitswesen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. In ihren künftigen Berufen arbeiten Absolventen mit Menschen aus unterschiedlichen Fachgebieten zusammen, z.B. mit Ärzten, Managern, Forschern und Versicherern, aber auch mit Patienten. Jede dieser Parteien hat ihre eigenen Interessen. Ein Arzt wünscht sich z.B. eine experimentelle Behandlung für seinen Patienten, der Hersteller möchte die dazugehörige neue Technik zu einem guten Preis auf den Markt bringen, aber dem Versicherer ist die Kostenerstattung zu teuer und gleichzeitigt sorgt sich die Krankenhausleitung über mögliche Sicherheitsrisiken. Der Gesundheitswissenschaftler sieht und versteht die verschiedenen Interessen und sucht nach der besten Lösung.

Der Studiengang Gesundheitswissenschaften umfasst an der University of Twente die folgenden Themen:

  • Gesundheit und Krankheit: Um Prozesse in der Gesundheitsversorgung zu verbessern, benötigt man natürlich medizinisches Grundwissen. Man lernt, welche (chronischen) Krankheiten es gibt, wie sie behandelt werden und wie Patienten diese Behandlungsmethoden erleben. Dafür belegt man Fächer wie Anatomie, Pathophysiologie (das Entstehen von Krankheiten) und Epidemiologie.
  • Technik: Technische Entwicklungen vollziehen sich im Gesundheitssektor mit enormer Geschwindigkeit und nehmen eine immer größere Rolle ein. Deshalb lernt man an der University of Twente die Entwicklungen der modernen Technik kennen und erfährt, was diese für die Patienten und für den Prozess der medizinischen Versorgung bedeuten.
  • Organisation und Politik: Ein weiterer Bereich der Ausbildung ist die Vermittlung von Hintergrundwissen in Betriebs- und Verwaltungswissenschaften. Man lernt, wie das Gesundheitswesen organisiert ist: Wie sehen die einzelnen Prozesse aus? Wie wird die Organisation finanziert? Aber auch: Wie werden politische Entscheidungen formuliert und wie Innovationen implementiert? Die Ausbildung richtet sich nicht nur auf die Organisationsebene, sondern vermittelt auch, wie verschiedene Einrichtungen der medizinischen Versorgung zusammenarbeiten und welche Rolle der Politik zukommt.
  • Forschungsmethoden: Eine wichtige Fähigkeit des Gesundheitswissenschaftlers ist die kritische Untersuchung des Gesundheitswesens. Hierfür muss er in der Lage sein, die Informationen aus vorhandenen Forschungsarbeiten zu interpretieren und zu verarbeiten, aber auch selbst eine solide Untersuchung zu konzipieren und durchzuführen. Da man an der Schnittstelle zwischen Versorgung, Technik, Organisation und Politik arbeitet, lernt man, sowohl mit medizinisch-wissenschaftlicher Forschung als auch mit sozialwissenschaftlichen Studien umzugehen.
Chat offline (info)