Erfarungen

Carolin

Im ausland studieren

Carolin, France

Vor zwei Monaten habe ich mein Auslandssemester an der Sciences Po Lille im Nordosten Frankreichs begonnen – nur wenige Kilometer von der belgischen Grenze entfernt. „Le Nord” unterscheidet sich stark von anderen Regionen in Frankreich: Nicht nur, dass man hier hervorragende macarons und crêpes essen kann, auch das Bier hier ist gut, man kann den belgischen Waffeln frönen und moules frites genießen (französische Pommes mit Muscheln). Lille hat eine sehr schöne Altstadt und ein buntes Studentenleben mit vielen Partys, Events und organisierten Exkursionen.

Zu Anfang war mein Aufenthalt weit entfernt von perfekt: Eine Unterkunft zu finden – und zwar eine ordentliche – erwies sich als überaus schwierig angesichts von 110.000 Studenten im Stadtbezirk Lille. Ich würde daher jedem empfehlen, möglichst früh mit der Unterkunftssuche zu starten und, falls möglich, Lille zu besuchen, bevor man seinen Aufenthalt dort beginnt, so dass man sich Zimmer und Wohnungen in Ruhe anschauen kann. Es gibt darüber hinaus Facebook-Gruppen rundum die Wohnungssuche in Lille.

Die Universität Sciences Po Lille ist eine von Frankreichs Elite-Unis für Politikwissenschaften. Es gibt ein breites Angebot an Politikwissenschafts-, Soziologie- oder Wirtschafts-Seminaren. Sogar dann, wenn man kein Französisch spricht, gibt es ein großes Angebot an englischsprachigen Seminaren, aus denen man wählen kann. Nichtsdestotrotz hilft es natürlich sehr, Französisch zu sprechen. Und die Universität bietet eine Vielzahl von Sprachkursen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade an.

Was mich überrascht hat, war die Art und Weise, wie man in Frankreich studiert: Ganz anders als in den Niederlanden spricht während der Vorlesung der Lehrende über Stunden hinweg ohne eine Präsentation oder etwas Vergleichbares zu halten. Die Studierenden schreiben währenddessen nahezu alles, was er oder sie sagt, mit. Es erscheint mir immer noch seltsam, aber es ist wahrscheinlich einfach Teil der „französischen Erfahrung”.

An der Sciences Po Lille gibt es zahlreiche andere Erasmus-Studenten, daher findet man schnell Anschluss ans Sozialleben – und das macht den Auslandsaufenthalt zu einer tollen Erfahrung! Neben den zahlreichen geselligen Events, die für Studenten und Austausch-Studenten organisiert werden, ist Lille auch ein guter Ausgangspunkt, wenn man reisen möchte: Ob TGV oder Eurostar – man erreicht Brüssel in einer halben Stunde, Paris in einer Stunde und London in anderthalb Stunden! Das Gefühl, sich mitten im Herzen Europas zu befinden, hat sicherlich dazu beigetragen, meinen Aufenthalt in Lille so wunderbar zu machen.

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