“Ich arbeite an technologischen Lösungen, die in Zukunft lebenswichtig sein können.”
Liset hatte für ihr Studium zunächst nicht an Twente gedacht, aber nach einem Schnuppertag war sie überzeugt: Es sollte die University of Twente werden. „Mir schwebte ein ingenieurwissenschaftliches Studium vor, aber die meisten Studiengänge sprachen mich nicht richtig an. Als ich den Fachbereich Biomedizinische Technik betrat, fiel der Groschen. Das Arbeitsfeld ist sehr breit gefächert und die Anwendungen sind interessant; es geht nicht nur um große Apparate, sondern um Dinge, die einen direkt betreffen. Wenn ich am Wochenende in der Zeitung die Wissenschaftsseiten aufschlage, denke ich: Hey, darüber haben wir vorige Woche noch im Seminar gesprochen. Man merkt wirklich, dass man es mit einem Booming Business zu tun hat und dass man damit die verschiedensten Richtungen einschlagen kann!“

„Mein Tipp für zukünftige Studenten? Lasst euch nicht abschrecken, weil ihr glaubt, dass diese Uni zu klein ist. Enschede bietet alles, was man von einer Studentenstadt erwartet!“

Geräte im Krankenhaus

Wir hören Vorlesungen über die Funktionsweise des menschlichen Körpers, studieren aber auch technische Disziplinen wir Mechanik und Dynamik. Jetzt wo ich meinen Bachelor habe, muss ich entscheiden, welchen Master ich studieren möchte. Um zu sehen, ob die Welt der Medizin das Richtige für mich ist, habe ich ein dreimonatiges Praktikum in einem Krankenhaus gemacht, wo ich mich mit dem sinnvollen und sicheren Einsatz medizinischer Geräte befasst habe. Überall in den Niederlanden beschäftigen sich Krankenhäuser mit Risikoanalysen, weil immer mehr Geräte eingeführt werden. Ich habe unter anderem untersucht, wie Krankenhausbetten benutzt werden. Man würde es nicht erwarten, aber dabei kann einiges schiefgehen, von eingeklemmten Fingern bis zu Verletzungen bei Patienten, die unter Schlafstörungen leiden und versuchen, aus dem Bett zu steigen. Man merkt, dass die jüngeren Angestellten bereits viel über Technologie wissen, der Blick darauf verändert sich zurzeit deutlich. Ich finde es interessant zu sehen, wie Patienten das Heft zunehmend selbst in die Hand nehmen können und müssen, mir selbst wäre das als Patientin auch am liebsten. Im Studium Biomedizinische Technik haben wir für COPD-Patienten geforscht. Diesen Patienten kann man mithilfe von Technologie ihren Lebensstil viel besser bewusst machen, beispielsweise mit einer App, die Ratschläge zum Thema Bewegung erteilt. Man vermittelt Menschen Wissen, mit dem sie eigenständig etwas für sich tun können.

Alle sind hier sehr entspannt!

Auch wenn man hier mitten in der Stadt wohnt, findet man ganz leicht ein ruhiges Fleckchen. Auf dem Campus herrscht eine sehr entspannte Atmosphäre, auch zwischen Studenten und Dozenten. Man kann die Dozenten jederzeit in ihren Büros aufsuchen, und ich fände es sehr seltsam, einen Dozenten mit Nachnamen anzusprechen. Ich bin in vier studentischen Vereinen. Dadurch habe ich einen großen Freundeskreis und ein großes Netzwerk. Das ist vor allem im ersten Studienjahr eine ganz tolle Art, Menschen kennenzulernen! Außerdem bin ich Mitglied im Schlittschuhverein „Skeuvel“ und habe für unseren Studienverein „Paradoks“ ein Symposium organisiert, unter anderem über Innovationen auf dem Gebiet des Gehirns. Meine Zukunftspläne? Ich bin mir noch nicht sicher, aber ich werde in den kommenden Monaten in verschiedenen Unternehmen hospitieren, u.a. bei Twentse Demcon. Ich könnte mir vorstellen, in die Wirtschaft zu gehen und als Projektmanagerin schöne Innovationen auf den Markt zu bringen.“

Text: Gavroche Abels

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